Deutschland stöhnt unter großer Hitze, und so soll es sich laut Deutschem Wetterdienst auch über den Sommer wiederholen. Temperaturen um die 40 Grad mit der Gefahr von Starkregen und Überschwemmungen, das ist die neue Normalität durch die Klimaveränderung, auch in Meinerzhagen.
Viele Menschen stellen sich die Frage, wie kann ich mich schützen. Ist Verweilen in gekühlten Supermärkten und Einkaufscentern das Mittel der Wahl und reicht das?
Während der Wetterdienst warnt, kursieren viele Kommentare in den sozialen Netzwerken, die den menschengemachten Klimawandel leugnen oder die Berichterstattung dazu anzweifeln. Mit irreführenden Behauptungen versuchen sie, die anhaltend hohen Temperaturen zu relativieren. „Schönen Sommer an alle Klimahysteriker“, „Ich liebe den Klimawandel, endlich gibt es wieder richtige Sommer“, so oder ähnlich lauten die Kommentare.
Doch was macht eigentlich die Politik, um Menschen, Tiere und Natur vor der Hitze und Trockenheit zu schützen und die Klimakrise einzudämmen?
In der Politik der aktuellen Bundesregierung unter Kanzler Merz (CDU), führt der Schutz des Klimas ein Schattendasein. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will z.B. neue Gaskraftwerke bauen lassen. Das noch von der alten Regierung aus SPD, Grünen und FDP beschlossene Gesetz für umweltfreundliches Heizen wurde stark beschnitten und durch die sogenannte Biotreppe ins absurde geführt. Bundesumweltminister Schneider (SPD) befindet sich nicht in der Gestalterrolle, sondern im Rückwärtsgang beim Bemühen noch extremere Einschnitte abzuschwächen.
Die politischen Gremien in der Stadt Meinerzhagen sind leider ein Spiegelbild der Bundesebene. Die Zwischenziele des Klimaschutzgesetzes von 65% bis 2030 zu erreichen, scheint auf Meinerzhagen bezogen illusorisch. Erschreckend die THG-Prokopf-Bilanz mit 15,4t, weit über dem Bundesdurchschnitt von 6,8t. Das wird erklärt mit THG-Emissionen durch fossile Energieträger bei Industrie (49%) und Verkehr (32%). Im zwei zurückliegenden Jahren ist lediglich eine THG-Minderung von 5% erreicht worden. Trotz dieser negativen Analysen im Klimaschutzmaßnahmenbericht 2025 scheinen sich viele politische Protagonisten zufrieden zurückzulehnen. Schlimmer noch, tauchen Begriffe wir Photovoltaik, Windkraft oder Wärmepumpe auf, die gegen den Klimawandel wirken, stimmen Rats-Vertreter der AfD prinzipiell dagegen, ohne allerdings Begründungen zu liefern.
Wir Grüne stehen hinter den wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen und haben dazu Ideen für Meinerzhagen.
- Ausstieg aus fossilen Energien wie Gas, Kohle und Öl, erneuerbare Energien auszubauen. Wärme- und Mobilitätswende aktiv gestalten, z.B. durch alltagstaugliche Radwege und gute Rahmenbedingungen für Elektromobilität.
- Grün auf kommunalen und privaten Flächen anlegen und Beschattung auf öffentlichen Plätzen schaffen. Gesunde Stadtbäume erhalten, Flächen entsiegeln und Schottergärten umwandeln.
- In Siedlungsgebieten muss das Konzept der „Schwammstadt“ Berücksichtigung finden, wodurch der Boden mehr Wasser speichern kann und vor Überschwemmungen schützt.
- Natur muss wiederhergestellt werden wo es geht. Moore müssen neu vernässt, Wälder divers und zukunftsfähig aufgeforstet und Flüsse renaturiert werden.
- In der Landwirtschaft muss ökologisch gewirtschaftet werden ohne Monokulturen wie Mais, nur um für die Biogaserzeugung für das schwarz-rote Gebäudeenergiegesetz Wertstoffe zu erzeugen.
- Nicht zuletzt müssen Anpassungsmaßnahmen und Pläne zum Überschwemmungsschutz, Hitzeschutz und gegen Waldbrandgefahr weiter vorangetrieben werden.
Wir freuen wir uns über weitere Anregungen, wie wir Meinerzhagen besser an den menschengemachten Klimawandel anpassen können.
Für die Fraktion
Für den Ortsverband
Karl Hardenacke / Birgit Claus
Björn Isenberg / Paolino Barone